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Wer wir sind ...
Es
kommt immer mal vor, dass sich der Student, als letzte Möglichkeit vor
der endgültigen Verwahrlosung, der Kultur hingibt. Dazu hat er mehrere
Möglichkeiten und der Chor “Die Untertanen” ist eine davon.
Er integriert und spiegelt Volksbewegungen aus aller Welt und gibt ihnen
eine Stimme. Die Sängerinnen und Sänger sind bewegt und wollen bewegen.
Die statische “Chorbanane” hat dabei ebenso wenig Chancen wie die Festlegung
auf U- oder E-Musik. Vielmehr ist dem Chor an eigenen O-Tönen gelegen.
1981 gründete sich in Münster dieser Chor. Auf der Suche nach einem Namen
stolperte man über Adolf Glasbrenners Spottlied (von 1848/49) auf
die Obrigkeit: “Ich bin ein treuer Untertan, das duldet keinen Zweifel...”
Damit stand fest, dass man von nun an als “Die Untertanen” in die
Welt ziehen würde.
Die Lust zu singen, zu musizieren, zu spielen, auszuprobieren und Neues
zu wagen nutzen die etwa 30 Sänger und Sängerinnen, um ihre Meinung kundzutun.
Diese geben sie zu den schwarz-braunen, aber auch zu den bunten Seiten
unserer Geschichte ab.
“Die Untertanen” verstehen sich auf die Zwischentöne:
mal
kabarettistisch-ironisch,
mal
leise und nachdenklich.
Dahinter
steckt der Reiz, sich einzumischen in aktuelle, gesellschaftliche Entwicklungen
- in aller Demut natürlich. Wie selbstverständlich wird Partei ergriffen
für die, die im Leben schon oft verloren haben.
Den Sängerinnen und Sängern ist die Freude am gemeinsamen Musizieren
wichtig. Im Chor wird gesungen, gespielt und ausprobiert. Die Mitglieder
des Chores stellen sich gerne der gemeinsamen inhaltlichen Auseinandersetzung,
die sich in ihren Konzerten genauso wieder findet wie die Weiterentwicklung
der künstlerischen Formen.
Das Repertoire umfasst neben mitreißenden Liedern aus Lateinamerika, Südafrika
und in jiddischer Sprache, Volkslieder, Chansons und Klassiker, teils
instrumental begleitet, teils a cappella gesungen. Spanische Texte südamerikanischer
Menschenrechtsbewegungen werden durch swingende Jazzstücke scheinbar reibungsfrei
abgelöst.
Unschuldigen Blickes präsentieren die Sängerinnen und Sänger unter Leitung
von Rüdiger Schrade-Tönnißen dem Publikum ironische Textverfremdungen
und nehmen augenzwinkernd Klischees aufs Korn. Dabei werden auch bekannte
deutsche Lieder mit ironischen Texten, die den Alltag und die Politik
auf die Schippe nehmen, angestimmt.
Insgesamt vermitteln „Die Untertanen" vor allem eins:
Die Freude am Singen.
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