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Pressestimmen
MZ Artikel vom 23.11.2010
"Ich hab' ein zärtliches Gefühl"
Bewegendes Chorkonzert zum Welt-Aids-Tag in der Kreuzkirche
von Günter Moseler
MÜNSTER Aids kann es mühelos mit den biblischen Plagen aufnehmen. Die Immunschwäche gehört seit Jahrzehnten zu den Geißeln der Menschheit, ist bis heute unheilbar. Der Welt-Aids-Tag fiel auf den Totensonntag - nicht zufällig also blieb im Chorkonzert in der Kreuzkirche der drohende Ausgang der Krankheit gegenwärtig.
Aufrührerisch
Aber auch eine schicksalsträchtige Krankheit muss nicht als Schicksal hingenommen werden. Im Programm, das die Gruppe Die Untertanen unter Rüdiger Schrader-Tönnißen und das Musiktheater Signale unter Jeanet Bosch boten, waren folgerichtig weniger untertänige Töne zu hören als vielmehr aufrührerische.
Der Beginn des Konzerts vergegenwärtigte indes die ganze Brisanz von Aids: Aus dem Nichts erhob sich ein vielstimmiger Klang, den die Echowinde des Kirchenraums von irgendwo her trugen, bis dem Publikum auf den Bänken immer mehr Sängerinnen und Sänger entstiegen und in einer Prozession dem Altar zuströmten. So war - sinnbildhaft - fast jeder Zuhörer unwissend ein Nachbar der Krankheit gewesen: Aids ist immer noch das klammheimliche Übel von "nebenan". Im "Radhalaleila" aus Israel griffen die Untertanen den feierlichen Gestus dieser szenischen Aktion mit einem ruhigen Metrum auf. "I Pharadisi" aus Südafrika war mit ätherischen Höhen ganz paradiesischer Zuversicht verpflichtet.
Flüstern
Afrika blieb mit dem Musiktheater Signale in "Homeless", "Inculazi" und Welele Mandela" der Kontinent der Sorge. "Unruhe und Wachtraum" verwandelte das Singen in eine doppelchörige Performance, deren rhythmische Ostinati von Glissandi zwischen Sprache und Gesang balancierenden Übergängen schließlich in einem Flüstern und Wispern versandeten. Beide Chöre stürmten leichthin durch Victor Jaras "Vaterunser an einen Bauern", dessen revolutionärer Zorn die Utopie der individuellen Freiheit ins Visier nahm. Einsam gestand ein Sopransolo "Ich hab' ein zärtliches Gefühl", rührte sich unterm Trommelwirbel "Das neue Leben". Es war ein aber ein Madrigal on Thomas Tallis, das den unabdingbaren Trost allen Lebens unwiderlegbar intonierte:"If you love me". Ein völlig ungewöhnliches, großartiges Konzert!
Ruhrnachrichten vom 29.11.2010
Chor "Die Untertanen" verwirrte und begeisterte von Marie Rademacher
NORDKIRCHEN Der erste Blick in das Programmheft stiftete bei den meisten Besuchern des Konzerts zunächst einmal Verwirrung.
Da schien etwas durcheinander geraten zu sein. Kreuz und quer schwirrten unter den Titel „Dran bleiben!“ Buchstaben über die Blätter, scheinbar unbeabsichtigt waren die Songtexte in-, manchmal sogar übereinandergeschrieben. Zu konsequent schienen die "Fehler" aber auf den zweiten Blick: War dieses verwirrende Layout vielleicht doch absichtsvoll, hatte der Wahnsinn Methode?
Spätestens als der Chor "Die Untertanen", zu dem dieses Programmheft gehörte, auf die Bühne tat und ohne ein Wort der Einleitung sofort mit dem ersten Lied begann, war klar: Irgendetwas an diesem Chor ist anders - nicht allein das Programmheft.
Viele Facetten
Schauspielend und singend auch in eine Art Sprechgesang trugen die rund 30 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Rüdiger Schrader-Tönnißen Lieder vor, von denen kein einziges eingängig daherkam, geschweige dann als bekannt hätte vorausgesetzt werden. können. Mal ironisch-beißend, mal sozialkritisch, mal traurig und nachdenklich - das Repertoire des Chores aus Münster zeigte sich am Samstag mit vielen Facetten. Verstörend war das Konzert zunächst, weil es so anders war. Aus dem gleichen Grund aber war es auch ungeheuer unterhaltend, witzig und einen zweiten Blick auf jeden Fall wert.
WN Artikel am 13.06.2010
Untertanen bleiben dran
Münster - Wenn Songs und Satire, Spottlust und Sangeslust sich zu einem übermütigen Ganzen fügen, geben die aufmüpfigen „Untertanen“ sich die Ehre. Auch der Name, mit dem der 30-köpfige Chor kokettiert, stammt aus einem Spottlied von 1848. Seit ihrer Gründung 1981 wollen die Sängerinnen und Sänger dem politischen Zeitgeist musizierend den Puls fühlen. Dabei stehen sie nicht in Reih und Glied, sondern wechseln ständig die Position - tänzeln, wuseln, rezitieren und machen viele Stücke zu einer kabarettistischen „Performance“. Da könnten Notenblätter nur stören; diese Untertanen kennen ihr Repertoire an subversiver Witzigkeit auswendig.
„Dranbleiben!“ hieß am Samstagabend die Devise, und der gut besuchte Waldorf-Konzertsaal johlte vor Begeisterung über das musikalische Wechselbad, das von Heinrich Schütz über Mikis Theodorakis bis zu Herman van Veen reichte. Die Untertanen singen stets voll Übermut - dabei wird denn auch mancher Satire der bittere Stachel gezogen. Sangeslust schlägt Spottlust nach Punkten, und das ist Absicht. Da wird etwa „Die achte Posaune“ mit feierlichem Pathos wie ein Kirchenlied angekündigt, und dann groovt die ganze Truppe ganz cool über das Thema Krieg hinweg.
Für Chorleiter Rüdiger Schrade-Tönnißen ist Dirigieren ohnehin wie Tanzen. Der holt den Schwung tief aus den Knien und hat seiner Truppe bewundernswerte rhythmische Präzision verordnet. Die Intonation (vor allem der Soprane) hält dies Niveau nicht ganz, aber das macht nichts. Denn die Stücke haben es in sich.
Intensive Probenarbeit trägt Früchte: Bei Theodorakis´ „Klagetrommel aus Asphalt“ lauert vertrackte Stimmführung, und ein Heinrich-Schütz-Psalm ist ohnehin eine Kunst für sich. Jene Zugabe, die zu Deutsch „Gott segne Afrika“ heißt, hat der Chor schon ewig im Repertoire. 1996 floss die Weise in Südafrikas neue Hymne ein, und auch bei der WM-Eröffnungsfeier war sie gerade erst erklungen. So schön kann der Puls der Zeit sich anhören.
WN Artikel am 02.09.2009
"Münster - Mal knubbeln sie sich in der hintersten Bühnenecke zusammen, von wo aus sie eine eindringliche Psalm-Vertonung aus dem 17. Jahrhundert singen, mal schmettern sie Hymnen der Friedensbewegung, dicht vorm Publikum in Marsch-formation aufgereiht: „Die Untertanen“ mögen Ironie und kritisches Mitdenken in der Musik. Am Dienstagabend eröffnete der Chor im gut besuchten Café Weltbühne der Evangelischen Studierendengemeinde den Friedenskulturmonat September. Einge-laden hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Joseph-Wirth-Stiftung und das Friedensforum."
WN vom
5.03.07
"Untertanen"bewegten das Publikum"...ließen
Erinnerungen wach werden an zähe, heftige Kämpfe: Krieg oder
Frieden, arm oder reich, Arbeit oder nicht...sie berührten und überraschten
damit mal kaberettistisch-ironisch, mal leise und nachdenklich ihr Publikum...und
lieferten damit ein Konzert, das nicht zum Zurücklehnen und Genießen
einlud, das stattdessen Gänsehaut auslöste."Es gibt niemanden,
den ihr Gesang nicht fortreißt..."
WN vom
29.01.07
...."Mit Liedern die Welt betrachten"...Das Motto des
Abends impliziert zugleich auch den globalen Gedanken, der sich durch
die gesamte professionelle Arbeit des Amateurchores zieht...Optisch begleitet
wurden die gesanglichen Darbietungen....durch eine thematisch abgestimmte
Power-Point-Präsentation. Diese führte beim nahezu 150-köpfigen
Publikum bei genauem Hinsehen und Hinhören immer wieder zu der Erkenntnis,
wie nahe das Weltgeschehen einem eigentlich auch in Nordwalde ist.
WN vom 26.11.06
...."Wenn`s
uns schon an den Kragen geht"....ein gepfeffertes Konzert...."die
fetten Jahre sind vorbei".."Krummes Holz - aufrechter Gang",
"Komm ins Offene, Freund" und "Zu Gast bei Freunden in
der Welt" hießen die ...Teile des Abends, in denen die Fragen
nach Gerechtigkeit und würdigem Leben wiederkehrten.
WN vom 26.09.05
....Achterbahnfahrt mit 30 Sängern und einem Klavier...Nein, ein gewöhnliches Chorkonzert war das nicht, was die rund 150 Besucher ...vor die Nase gesetzt bekamen... Es war mehr als nur ein Auftritt. Es war die hohe Kunst der Unterhaltung zur besten Sendezeit. Ein Chor, der nicht nur singt, sondern auch schauspielerische und kabarettistische Qualitäten an den Tag legt, unkonventionell ist und ein an Vielschichtigkeit kaum zu übertreffendes musikalisches Repertoire besitzt.....
WN vom
27.06.05
.....Die ausgewählten Stücke deckten musikalisch wie
inhaltlich ein
breites Spektrum ab, und die Auswahl beschränkte sich nicht auf einen
bestimmten Kulturkreis oder die Verwendung einer Sprache. Besonders zart
und doch tänzerisch waren die Stücke in ungarischer und mazedonischer
Sprache, denn die Atmosphäre des andersartigen Kulturkreises wurde
....mit seinem besonderen Klangversändnis gekonnt dargeboten. .....Die
aufgetischte Kost in Form von gesanglich darstellender Klangfülle
erwies sich in der Waldorfschule als wahrer Genuss.
MZ vom
27.06.05
...."Die Untertanen" begeisterten am Samstagabend im Waldorf-Konzertsaal......Singen ist eine Selbstverständlichkeit, chorisches Singen oft dessen glücklichste Fügung. Eine andere Einschätzung ließ der Samstagabend mit dem 29-köpfigen Chor "Die Untertanen" in der Konzertaula der Waldorfschule nicht zu.
MZ vom
18.04.05
......Ob spöttisch, neckisch, ironisch, nachdenklich oder
fröhlich - jedes der Lieder zeigte die ganze Bandbreite stimmlichen
Könnens und die sprühende Freude am Singen sprang auf das Publikum
über.
WN vom
14.02.05
....Sie sind schon ein ungewöhnliches Ensemble: "Die
Untertanen". Jener Chor aus Münster, der nun schon seit 25 Jahren
auf eindrucksvolle Art versucht, musikalisch leicht Verdauliches mit satirisch
schwerer Kost zu mischen. Auch mit ihrem neuen Programm.....im Havixbcker
Forum , fordern die Untertanen Aufmerksamkeit, Lachen wie Entsetzen......Alles
in allem ein Klasse-Menü. Süß und pikant. Und offensichtlich
ist es auch niemandem im Forum im Halse stecken geblieben.
MZ vom
24.01.05
....Am Lack der Gesellschaft kratzen.....da wird geschauspielert,
improvisiert, interpretiert, sich politisch engagiert und natürlich
gesungen.
WN vom
24.01.05
.....Vierstimmige Rebellion......
WN vom
23.11.04
.... Der Chor...rüttelte...die Gemüter der Zuhörer
im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen auf.....Dem Publikum gefiel
das, was der Chor mit rasanten Choreographien, "auf den Tisch"
gezaubert hatte .......
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